zurück nach oben

Erfolgreich Pressetexte für den Kindergarten schreiben

Pressetexte kommen einer breiten Öffentlichkeit zugute. Es lohnt sich daher, wichtige Anlässe und Anliegen eines Kindergartens auf diesem Wege publik zu machen. Vom Fordern einer 20er-Zone rund um den Kindergarten, damit Kinder nicht durch schnelle Autofahrer gefährdet werden, bis zum Bekanntmachen eines neuen Sprachförderprojektes, mit dem in der Einrichtung gearbeitet wird – es gibt vielfältige Anlässe, zu denen publiziert werden kann. Wenn eine pädagogische Einrichtung Ziele verfolgt, zu deren Umsetzung sie Unterstützung und Förderer benötigt, umso mehr lohnt es sich, darüber nachzudenken, wie ein Pressetext verfasst sein sollte, damit er den gewünschten Erfolg erbringen kann.

Pressetexte für den Kindergarten schreiben

Ein guter Text ist interessant, leicht verständlich geschrieben und enthält selbstverständlich nur Tatsachen und keine Unwahrheiten. Leser einer Zeitung interessieren sich vor allem für bislang Unbekanntes, exklusive Informationen „aus erster Hand“, nicht Alltägliches, Informatives und für Hilfestellungen und Tipps. Was einen persönlich anspricht, in unmittelbarer Nähe passiert, einen berührt und anregt, wie unterhält, bleibt im Bewusstsein.

„Die Stadt bezuschusst die Sprachförderung des Kindergartens Rasselbande ab 2012 nicht mehr“ dürfte weniger Aufmerksamkeit erlangen als: „Die 80 Kinder des Kindergartens Rasselbande demonstrierten in einer Sitzblockade auf der Straße vor ihrer Einrichtung gegen die Kürzungen des Zuschusses der Stadt für Sprachförderung“.

Aufbau und Struktur des Pressetextes

Ein paar grundsätzliche Überlegungen vor dem Schreiben:

  • Was wollen Sie sagen und warum?
  • Worum soll es gehen? Was ist Ihre Kernaussage?
  • Weshalb sollte sich der Leser für Ihren Text interessieren?
  • Was und wen wollen Sie erreichen?

Definieren Sie somit Ihre Botschaft und Zielgruppe. Lohnt es sich, zum Thema und in diesem Forum zu schreiben? Gibt es außer Ihnen noch andere, die sich für das Thema interessieren könnten? Veröffentlichen zum Selbstzweck kann langweilig sein, hat das Thema eine Relevanz auch für andere? Was ist das Interessante und Wichtige Ihrer Botschaft? Prüfen Sie unbedingt alle Fakten, die Sie verwenden wollen, auf ihren Wahrheitsgehalt hin.

Zunächst gilt es, Ihre Informationen sinnvoll zu strukturieren:

  • Zuerst kommt das Wichtigste Ihrer Botschaft, alles weitere in abnehmender Bedeutung und Reihenfolge
  • Klassische W-Fragen helfen zur Vorbereitung: Wer? Was? Wann? Wo? Warum oder wofür? Kurz: Wer macht was wann, wofür und warum?
  • Unnötiges streichen, sowohl inhaltlich als auch überflüssige Wörter und Floskeln in jedem einzelnen Satz
  • Eine Botschaft pro Text, bei mehreren lieber mehrere Texte verfassen

Tipps und Hilfestellungen

Schreiben Sie, nachdem Sie sich die grundsätzliche Struktur Ihres Textes verdeutlicht haben, einfach einmal drauf los und korrigieren sich nicht ständig selbst. Der „Feinschliff’ kommt später.

Überprüfen Sie alle Namen, Zahlen und Fakten auf Korrektheit. Wenn ein Fakt unklar ist, weisen Sie darauf hin: „Noch ungeklärt ist, ...“

Verzichten Sie auf Füllwörter: offensichtlich, schließlich, eigentlich, allenfalls, ...

Vermeiden Sie Doppelungen: sprachfördernde Förderung, kompetente Fähigkeiten, ...

Verwenden Sie keine Fachbegriffe, sondern einfache und anschauliche Worte. Selbst wenn Ihnen Aspekte klar sind, sind sie das nicht unbedingt auch für den Leser. Erläutern Sie aus fachlicher Sicht selbstverständliche Umstände, wie hier im Beispiel den Begriff Sprachförderung.

Ein Beispiel: „Die Stadt streicht nach 4 Jahren die Bezuschussung des Sprachförderprojektes „Quasselstunde“ des Kindergartens. Die Sprachförderung kam bisher allen Kindern der Einrichtung zugute und ist ein alltagsorientierter Bildungsauftrag in einer Kindertagesstätte.“

Arbeiten Sie mit konkreten Beispielen.

Verben sind „das Salz in der Suppe“ und machen einen Text als auch Hauptüberschriften lebendig. Im Passiv jedoch verlieren sie ihre Stärke: statt „Alle Kinder der Einrichtung sind im Bezirk der Stadt wohnhaft – Alle Kinder der Einrichtung wohnen im Bezirk der Stadt.“

Um Doppelungen zu vermeiden, verwenden Sie Synonyme (ein Synonym- Lexikon oder das Internet bieten hierbei vielfältige Anregungen). Achten Sie darauf, dass sie auch wirklich passen. Nicht immer bedeuten zwei Worte exakt das Gleiche: sagen und betonen meint Unterschiedliches.

Verwenden Sie kurze und prägnante Sätze – selbstverständlich nicht eine Anreihung von lauter Hauptsätzen, aber höchstens einen Nebensatz pro Satz. Wechseln Sie zwischen Haupt- und Nebensatzkonstruktionen ab.

Vermeiden Sie Floskeln, diese schwächen die Inhalte. Sinnbilder wie das oben erwähnte „Salz in der Suppe“ aber bereichern Ihren Text und wecken Aufmerksamkeit. Verwenden Sie jedoch nur stimmige Sprachbilder.

Zitate beleben einen Text. Ordnen Sie diese immer eindeutig den Personen zu. Dabei genügt Name und Funktion.

Natürlich haben Sie eine Botschaft. Seien Sie jedoch vorsichtig mit den Formulierungen. „Hetzerische“ Inhalte können abstoßend auf den Leser wirken. Bleiben Sie sachlich und lassen Sie dem Leser Raum, sich eine eigene Meinung zu bilden. Allein dadurch, dass Sie das Thema in die Öffentlichkeit tragen und zur Diskussion anregen, wirkt Ihr Text (und Ihre Botschaft). Hier gilt: „Weniger ist mehr!“

Schreiben Sie Zahlen bis zwölf aus: eins, zwei, drei, ... Ausnahmen sind Daten und Uhrzeiten.

Wenn Sie das erste Mal im Text einen Namen erwähnen, schreiben Sie ihn aus (Vor- und Nachnahme). Danach genügt auch einmal der Nachname oder Frau/Herr und der Nachname. Titel wie Professorin/Professor oder Dr. werden ebenfalls einmal anfangs benannt, danach weggelassen.

Der Vorspann macht den Leser neugierig, informiert und stellt den Kern der Informationen dar. Er umfasst drei bis fünf Sätze. Alle anderen zusätzlichen Informationen haben absteigende Bedeutung und erscheinen nachrangig.

Abkürzungen, die erstmalig im Text vorkommen, werden einmal ausgeschrieben, danach bleibt es bei der Abkürzung – Beispiel: „Das Sprachförderprojekt „Quasselstunde“ (QUS) hat zum Ziel ..., QUS fand im Rahmen von ...“

Verwenden Sie keine Zeitangaben, die in die Zukunft hinein deuten, da Sie nicht wissen können, ob und wann Ihr Text erscheinen wird (morgen, kommende Woche, ...).

Vermeiden Sie solche Abkürzungen: statt z.B. zum Beispiel, statt u.a. unter anderem,

Achten Sie auf den Service für den Leser: Wenn es beispielsweise um konkrete Einladungen geht, nennen Sie Kontaktdaten wie Ansprechpartner, Telefonnummer und so weiter.

„Ein Bild sagt mehr als 1 000 Worte“ – Illustrieren Sie Ihren Text mit einem oder mehreren Bildern. Achten Sie neben ausreichender technischer Qualität (jpg Datei, mindestens 300 dpi, Pixelzahl: 2048x1536, nicht bearbeitet oder zugeschnitten, ideal: ein Hoch- und ein Querformat) darauf, dass in der Bildunterschrift vollständige Namen der abgebildeten Personen benannt werden, der Titel der Unterschrift einen sinnvollen Bezug zur Abbildung hat und dass der Fotograf namentlich genannt wird (Vor- und Nachname). Vor Abbildung müssen Sie die schriftliche Genehmigung der abgebildeten Personen beziehungsweise bei Kindern die der Eltern einholen. Bei Kindern werden in der Regel keine Namen genannt beziehungsweise keine vollständigen Namen oder Nachnamen. Klären Sie diese rechtlichen Punkte unbedingt vorher mit dem Datenschutzbeauftragten und dem Träger Ihrer Einrichtung ab.

Fazit

Pressetexte können wichtige Anliegen einer Kindertageseinrichtung in die Öffentlichkeit tragen. Ist der Text gut strukturiert, lebendig und verständlich geschrieben, hat er zum einen eine größere Chance, veröffentlicht zu werden, zum anderen wird er eher dazu beitragen, die Botschaft der Einrichtung erfolgreich „in die Welt zu tragen“ als ein schlecht verfasster Text. Es lohnt sich somit für Leiterinnen und Leiter von Kindertageseinrichtungen, sich mit dem Schreiben von Pressetexten vertraut zu machen. Hier gilt: „Übung macht den Meister!“